YL 500+h IW1 Grundprinzipien & Alignment

1. Grundelemente der Asanapraxis

Präsenz
  • Du richtest die gesamte Aufmerksamkeit, auf das was unmittelbar in diesem Augenblick geschieht – an diesem Ort, in diesem Körper mit diesem Atem, mit diesen Empfindungen
Entspannung
  • Integration von Anspannung und Leichtigkeit
  • Abbau nervöser Spannungen und gleichzeitigem Halten der muskulären und energetischen Abläufe

     Entspannung in der Asanapraxis

  • Sich des ganzen Körpers bewusst sein, das Skelett stützen ohne es zu überlasten
  • Gleichmäßiger Ujjayi Atem, körperliche Reaktionen wie Zittern und Schmerzen als Gradmesser der Belastung
  • Gewahrsein mit dem Atem tiefer in den Körper ziehen
    -> allmählich die tiefe Muskulatur aktivieren und unnötige Spannung in der eher oberflächlichen Muskulatur abbauen
  • Körper von innen heraus ausdehnen und ein Gefühl von Weite, Leichtigkeit und Transparenz erzeugen
Atmung
  • Bewusste Atmung = wichtigstes Element in der Asanapraxis
  • Atem ist Antrieb und Führung der Asanapraxis, verliert sich jedoch schnell aus unserem Bewusstsein
  • Normale Tendenz die Konzentration zu verlieren und zuzulassen, dass sich die Aufmerksamkeit vom Hier und Jetzt abwendet
  • Asanapraxis über die Festigkeit und Leichtigkeit Atems erkunden und durch ständige Verbindung von Atem, Körper, Geist
Fundament

Erdung & Aktivierung von Energieströmen

  • Sobald wir das Fundament des Körpers bewusst im Boden verwurzeln, entsteht Raum im Körper (zB. in den Gelenken, vor allem in der Wirbelsäule)
  • Punkte, die das konkrete Fundament bilden, variieren mit den Asanas – Der Umstand, dass wir ein solches Fundament schaffen,  bleibt gleich
  • Bewusste Arbeit mit “Energieströmen” ermöglicht noch mehr Festigkeit und Leichtigkeit
  • Neuromuskuläre Anstrengung/Energiestrom, den man durch den Körper lenkt
  • Energieströme strahlen vom Kern zum Rand, dehnen so den Körper von Innen in alle Richtungen -> Weite und Stabilität
  • Wichtig: Wie komme ich in die Haltung, dass ich Festigkeit und Leichtigkeit entwickeln kann? Nicht. Wie weit komme ich?
  • Relative Intensität der Asana erforschen -> Erdung und Weite
Stabilität
  •  Entwicklung körperlicher Stabilität und Balance führt automatisch zu mehr Leichtigkeit
Ausrichtung
  • Körperliche Komplexität und Vielfalt der SchülerInnen
    -> individuelle Anpassung = wichtiger als allgemeine Ausrichtungsprinzipien

Merke: Nicht immer eine größere Komplexität als vielmehr eine präzisere Einfachheit ermöglicht ein zunehmend feineres Gewahrsein für Festigkeit und Leichtigkeit

Vinyasa
  • Die Asanapraxis wird zur Bewegungsmeditation, wenn wir den steten Fluss von Körper, Atmung und Geist bewusst aufeinander abstimmen, verfeinern und einen

      Asanapraxis:

  • Ermöglicht ein Gefühl von Freiheit und Ganzheit im Hier und Jetzt gegenwärtig zu sein
  • Ist ein Prozess
  • Praxis der Selbsterforschung

2. Ausrichtungsprinzipien

Allgemeines
  • Gegenläufige Bewegungen oder Bewegungen in zwei verschiedene Richtungen ermöglichen eine Ausrichtung, den den Körper harmonisiert, stabilisiert und eint
  • Integration des ganzen Körpers in den Asanas, statt ihn als Ansammlung von Einzelteilen zu empfinden
    -> vorn/hinten, oben/unten, innen/außen, Kern-/Randbereich
  • Mit äußerer Form der Asanas beginnen
    -> körperliche Grundhaltung
  • Dann die innere Ausrichtung erforschen, um Harmonie von Körper, Atem und Geist zu erfahren
  • Symmetrie von Körper und Geist
    -> Entwicklung von körperlicher Stabilität und Balance -> mehr Leichtigkeit
  • Voller energetischer Einsatz und gleichzeitig so entspannt wie möglich!!!
  • Feinstofflichen Energiefluss im Körper spüren lernen
  • Verschiedene Körperbereiche mit Anspannungen oder Verspannungen
  • Verschiedene Chakras
  • Gesamterfahrung als Sein
    -> Ausdruck feinstofflicher Energie
Ausrichtungsprinzipien
  • Füße
  • Knie
  • Becken
  • Rücken
  • Schultern
  • Nacken
  • Hände
  • Gelenke

3. Das Unterrichten der Asanas

Allgemeines

Asanapraxis in der Regel eine innere Erfahrung des Schülers/der Schülerin, abhängig von:

  • Inneren Mechanismen des Fühlens, Denken, Handelns
  • Absicht
  • Aufmerksamkeit
  • Atem
  • Körper
  • zahlreiche Variable der Bewegung
Effektivität des Unterrichtens

Allgemeine Unterweisungen für den gesamten Kurs <-> Individuelle Erfahrung des Einzelnen

-> Schlüssel: SchülerIn bei der Praxis sehen und hören (Ausrichtungsprobleme, Festigkeit, Leichtigkeit, Aufmerksamkeit) und dann aufgrund des eigenen Verständnisses und der eigenen Wahrnehmung sinnvoll und angemessen auf sie eingehen

 

Bevor du etwas unterrichtest, wisse, wie du es unterrichtest!

  • Grundlegende Ausrichtungsprinzipien
  • Energetische Abläufe
  • Schrittweise Anweisungen, um SchülerInnen in die Haltung hinein als auch hinaus zu führen
  • Demonstrationsmöglichkeiten
  • Asanavarianten
  • Körperkorrekturen
  • Hilfsmittel
Positionierung & Demonstration

Demonstration im Unterrichtsfluss <-> Demonstration vor versammelter Gruppe

In das Asana kommen
  • Schüler daran erinnern, gegenwärtig zu bleiben, Atem wahrzunehmen, zu entspannen
  • Erklärung aller Asanas mit kurzen Ausführungen zum Fundament und den wesentlichen Elementen beginnen – schließt Ausrichtung des Körpers mit ein
  • Konzentration auf
    – Körperteile, die den meisten Bodenkontakt haben
    – Wirbelsäule und alle damit verbundenen Risiken
    – Schüler Schritt für Schritt in das Asana führen
Ausführung des Asana
  • Schüler in ein Asana führen und betrachten
  • Fundament – stabil?
  • Wirbelsäule – ausgerichtet?
  • Atem – gleichmäßig ruhig?
  • Gesicht – gelöst oder angespannt?
  • Gliedmaßen
  • Aus verschiedenen Perspektiven betrachten
  • Anweisungen konkretisieren: Einzelperson <-> Gruppe
Übungsdauer und Übungstempo
  • Kein korrektes Übungstempo
  • Keine korrekte Übungsdauer
  • Dennoch: beide Faktoren sehr wichtig
    -> Zugang und Anspruch sind von ihnen abhängig
  • Tempo und Dauer = zentrale Elemente, auch in der eigenen persönlichen Praxis
Aus dem Asana kommen
  • Oft wird dem Verlassen einer Haltung kaum Aufmerksamkeit geschenkt, weil Fokus nur auf das Meistern derselben gerichtet ist
  • Wissen, welche Körperteile am stärksten gefährdet sind
    -> Vorschlagen konkreter Bewegungen
  • Gewahrsein auf das Fundament der Haltung lenken
    -> Neues Gewahrsein herstellen
  • Auf die Wirbelsäule und gefährdete Gelenke achten
  • Einige Atemzüge vor dem Beenden einer Haltung klare Anweisungen zum Verlassen gebe
  • Allmähliches Lösen in Verbindung mit dem Atem
  • Cave! Umkehrhaltungen
  • Je reibungsloser und anmutiger aus der Haltung, desto mehr im Einklang mit seinen feinstofflichen Wirkungen, die dann vollständig auf die nächste Haltung übergehen
Integration des Asana
  • Selbsttransformation lässt sich mit jedem Üben noch vertiefen
  • Samasthiti – Gleichmut von Körper, Atem, Geist und Seele
  • Raum für Ruhe schaffen
  • Immer wieder Gelegenheit zur Selbsteinschätzung geben
  • Praktikriyasana nutzen, um die von Asanas erzeugten Spannungen zu neutralisieren
  • Energetisch ausgewogene Übungsfolgen anbieten
  • Savasana
  • Raum schaffen für Meditation, wenn man die Matte verlässt